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KONZEPT















Die beiden Multimediakünstler Roswitha SCHREINER (Sängerin, Schauspielerin & Kostümdesignerin) und Klaus KARLBAUER (Komponist, Filmemacher, Autor & Regisseur) und ihre Movie n' Opera (MOOP) geben wieder ein kräftiges Lebenszeichen von sich.

MOOP ist in den letzten Jahren immer wieder durch außergewöhnliche Projekte aufgefallen, in denen die Kunstformen Oper und Film in einen spannungsreichen Konnex gestellt wurden. Zuletzt realisierte MOOP gemeinsam mit dem K & K MUSIKTHEATER die Uraufführung des Bühnenwerks "Aus welchem Material ist der Stein von Sisyphos" von Anestis Logothetis als "Work in progress" für das Wiener Konzerthaus 1995, das Art Carnuntum Welttheater- Festival 1996, das Museumsquartier Wien (1996), die Kunsthalle Krems (1997) und als Radio-Kunststück für das ORF-Kunstradio (1997). Im Rahmen dieser Produktion entstand auch der Film "Sisy's Fuß".

GRUNDLAGE für MOOP's neue Produktion LAST VAMPIRE SHOW sind zwei große, aber nahezu unbekannte Meisterwerke der Musik- und Filmgeschichte: Die romantische Oper "Der Vampir" von Heinrich Marschner/Libretto: Wilhelm August Wohlbrück (uraufgeführt 1828) und Carl Theodor Dreyers Filmepos "Vampyr"/ Musik: Wolfgang Zeller (1931).
In beiden Werken werden menschliche Abgründe, Obsessionen und Ängste eindringlich sicht- und hörbar gemacht.

LEIDENSCHAFT in ihrer (ver-) blühenden Form, dargestellt in Bild und Klang, ist auch das zentrale Thema der LAST VAMPIRE SHOW.

Die TEXTBEARBEITUNG (Klaus KARLBAUER/ Robert WOELFL) basiert auf dem Originallibretto von Wohlbrück, kombiniert mit Textzitaten von Lord Byron, William Shakespeare, James Joyce und neugeschriebenen "filmischen" Dialogen.

INHALTLICH konzentriert sich die Bearbeitung auf das Verhältnis zwischen Byron, dem Vampir und seinen weiblichen Opfern: Täter werden zu Opfern, Verführer zu Verführten. Das gesamte Geschehen bewegt sich im Spannungsfeld von Liebe, Sex und Tod.

DRAMATURGISCHE GRUNDIDEE der LAST VAMPIRE SHOW ist die Unschärfe in Bild und Ton: Das dämonische Element wird durch gezieltes Verhüllen und Verschweigen gesteigert. Dieses Konzept wird über die Inszenierung/ Bühne (Klaus KARLBAUER), die Kostüme (Roswitha SCHREINER/ Michaela WIDLAK) , die Maske (Elisabeth PREINDL), das Lichtdesign (Larry BUSCH/ Regine MÜLLER), das Sounddesign (Hans DOELLINGER) und die Filmprojektionen (Ulrich KAUFMANN) entsprechend umgesetzt .

MULTIMEDIA ist somit nicht zeitgeistiger Aufputz sondern zentrales "Werkzeug" der Bühnenerzählung:

Das MUSIKKONZEPT (Klaus KARLBAUER) verbindet das Original (H. MARSCHNER) mit Instrumental-/ Vokal-Arrangements (Bartolo MUSIL), Techno-Bearbeitungen (Bernhard LOIBNER), a-capella Chören (Gen SETO) und Vokal-Soli (Ulla PILZ), die sich auf das Original beziehen. Die subtile Geräuschebene (Richard STRAUß) korrespondiert mit Samples aus dem suggestiven Soundtrack zum Dreyer-Film (Wolfgang ZELLER). Darüberhinaus werden der "Cold Song" (Henry PURCELL), die Kantate "Wachet auf, uns ruft die Stimme" (J.S. BACH) und der Song "Death is not the End" (Bob DYLAN/ Nick CAVE) in bearbeiteter Form zitiert.

Das "BÜHNENORCHESTER" besteht aus einem Hammond - Organisten/ Pianisten/ Harmoniumspieler und einem Saxofonisten/ Geräuschemacher und bezieht sich auf die Frühformen der Stummfilm-Vertonung: "Die Londoner Premiere der Lumiére-Filme am 20. Februar 1896 im "Regent Street Polytechnic" begleitete ein Organist auf einem alten Harmonium, dem drei Töne gefehlt haben sollen; darüberhinaus sei versucht worden, zu den Bildern von der Ankunft des Zuges im Bahnhof von La Ciotat eine naturgetreue Geräuschkulisse mit Hilfe eines kleinen Kompressors zu schaffen".

MOOP ist ein Pool von eigenständigen Persönlichkeiten aus den verschiedensten "künstlerischen und technischen Bereichen" die sich in wechselnden Konstellationen zur Produktion multimedialer Bühnenereignisse zusammenschließen. MOOP betreibt eine MEDIALE ARCHÄOLOGIE und versteht sich als MISSING LINK zwischen alten, beinahe verlorengegangen Formen des Musiktheaters, Vor- und Frühformen des Films und den NEUEN MEDIEN.










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