Logothetis Sisyphos / Multimedia Oper / Introduktion


Sisyphos

Introduktion


Das multimediale Bühnenwerk "Aus welchem Material ist der Stein von Sisyphos" gilt als das Hauptwerk von Anestis Logothetis. Zwei Jahre nach dem Tod des Komponisten gelangt es nun in einem vierteiligen Zyklus zur Uraufführung.

Logothetis' "Oper" handelt vom Sisyphos-Mythos, genauer, von jener Hybris (gr.: frevelhafte Selbstüberhebung) des Sisyphos, die ihm letztendlich als Strafe dafür das "Steinerollen" eingebracht hat.

Zeus wird beim Liebesspiel mit Aigina, der Tochter des Flußgottes Asopos, von Sisyphos beobachtet. Dieser verrät das göttliche Geheimnis an Asopos, um als Lohn dafür von jenem die Quelle Peirene für das Pferd Pegasos, das Musenroß, fordern zu können. Sisyphos erhält auch tatsächlich die Quelle, muß aber von nun an die Strafe des Göttervaters fürchten. Dem verschlagenen Sisyphos gelingt es immer wieder dem strafenden Zeus zu entkommen. Daraufhin wird Hermes, in der Klugheit und Geschicklichkeit dem Sisyphos verwandt, auf den Verräter angesetzt.

Der vom Zorn der Götter verfolgte Sisyphos steht stellvertretend für den Künstler, dem allein es möglich ist, Dinge zu entdecken, die für andere unsichtbar bleiben. Daß er verrät (öffentlich macht), was er erfahren hat, daß er gewissermaßen die Mächtigen bloßstellt, dafür muß er ihre Strafe fürchten.

Die "graphische Partitur" der "Oper" dient gleichsam als Vorlage, als Regieanweisung dafür, auf welche Art (und mit welchen darstellerischen und filmischen Mitteln) die Geschichte des Sisyphos auf der Bühne erzählt wird. Ihre musikalische Umsetzung ergibt ein spielerisches Cross Over von "Heavy Metal - Gitarrensounds", "elektroakustischen Geräuschmontagen" und dem Repertoire der Moderne und ihrer kritisch-ironischen Selbstreflexion.

Die Frage, aus welchem Material der Stein des Sisyphos sei, verlangt keine Antwort, sondern die Inszenierung dieser Frage mit unterschiedlichsten Gestaltungsmitteln.



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