Those were the days

Wir waren alle am Meer. Es kommt mir wie gestern vor. Geschlecht, Spezies, Rasse, Klasse nichts davon hatte damals irgendeine Bedeutung. Keine Eltern, keine Kinder, nur wir selbst. Reihen unzertrennlicher Schwestern, warm und feucht, ununterscheidbar, wunderbar wahllos, promiskuitiv und verschmolzen. Keine Generationen. Keine Zukunft. Keine Vergangenheit. Endlose Ebene verwobener pulsierender Quanten, Gewebe aufeinander wirkender Mischungen, Verschmelzungen und Durchlässigkeiten, durch uns selbst gewebt, einander umschlingend, rücksichtslos, grund-, ziel-, sorglos, gedankenlos.
Wir waren, was immer wir waren, bis zu jener Zeit. Fein abgestimmte Mikroprozesse, polymorpher Verkehr, freier Austausch, keine Rücksicht auf Grenzen und Begrenzungen. An nichts musste gehangen werden, nichts ergriffen werden, nichts beschützt oder abgewehrt werden. Innen und aussen zählten nicht. Wir verschwendeten keinen Gedanken darauf. Überhaupt keinen Gedanken auf irgendwas. Wir konnten alles mitnehmen. Wir achteten nicht darauf: es war umsonst. Hunderte, Tausende, Millionen, Milliarden von dem, was später Jahre sein würden, war es so gewesen. Hätten wir darüber nachgedacht, wir hätten gesagt, es würde immer so weitergehen. Diese flüssige, fliegende Welt würde nie enden.

Sadie Plant, Präambel , 1997